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21. Dezember 2007
Übergewicht und Gehirn: Energieverwaltung falsch programmiertDFG weitet Selfish-Brain-Forschung an der Universität Lübeck aus Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat weitere 2,5 Millionen für die Selfish-Brain-Forschergruppe an der Universität zu Lübeck bewilligt. Das teilte die DFG nach einer Zwischenbegutachtung des seit drei Jahren geförderten Projektes am 14. Dezember mit.
1. wie das Gehirn seinen eigenen Zuckergehalt so „eigensüchtig“ aufrecht hält (deshalb engl. „Selfish Brain“), 2. wie das Gehirn in kritischen Stressbelastungen immer mit einem größeren Energieanteil versorgt wird als der Körper, 3. wie bei übergewichtigen Menschen der zerebrale Stellmechanismus, welcher die Energie im Körper verteilt, verstellt ist, 4. wie bei chronischer Stressbelastung die Energieströme zwischen Gehirn und dem Körper fehlgeleitet werden und so Übergewicht entsteht.
Die bereits erhobenen Befunde wollen die Ärzte der Klinischen Forschergruppe auch in die Praxis umsetzen: Da nach der Selfish-Brain-Theorie Übergewicht im Kopf entsteht, versuchen sie bei der Therapie auch genau da anzusetzen: „Train the brain“. Es ist der Versuch, gegen ein pathologisches Muster anzutrainieren. Der interdisziplinäre Ansatz dieser Forschergruppe „Selfish Brain“ wird von den führenden Experten des Fachgebiets als in der Welt einzigartig angesehen. * AbbildungslegendenAbb. 1: a) Neuroanatomische Strukturen im Energie-Stoffwechsel: Die beiden zerebralen Hemisphären, durch den Balken verbunden, projizieren zu Amygdala und Hippokampus. Diese beiden Hirnanteile, bekannt als Zentren, die emotionales und deklaratives Gedächtnis formieren, regulieren auch den Energiestoffwechsel. Der Hypothalamus koordiniert die äußeren und inneren Energieflüsse. b) Energie auf Anforderung: Die zerebralen Hemisphären generieren ein „Energie-Anforderungs“-Signal. Daraufhin koordiniert der Hypothalamus die Ingestion (Aufnahme mit der Nahrung) und Allokation (d.h. Verteilung) von Glukose. c) Allokation von Glukose im Organismus: Glukose gelangt über die Nahrung in die Blutzirkulation. Das Gehirn teilt die Glukose entweder sich selbst oder den peripheren Geweben (Muskel, Fett) zu. Glukose passiert die Bluthirnschranke via Glukose-Transporter 1 (GLUT1), die Membranen von Muskulatur und Fettgewebe via GLUT4. Überall im Gehirn gibt es Sensoren, welche die zerebralen Energie-Konzentrationen monitoren und die weitere zerebrale Energie-Anforderung regulieren. |
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